Räuchern im Advent mit Rezeptideen

Raunächte & Brauchtum im Salzburgerland

by Silja / 16. Dezember 2021 / Natur / Tradition

Räuchern in den Raunächten © Silja Parke - Wildemöhre.at



Alte Traditionen und mystische Nächte im Tennengau

In der Weihnachtszeit und um die Jahreswende wird viel geräuchert. Die alte Tradition, die in unsrer Region nie ganz verschwand und in Salzburg stets gepflegt wurde, erfreut sich jetzt wieder bei vielen zunehmender Beliebtheit. Ich erzähle Euch heute über das Brauchtum im Advent, das Räuchern in den Raunächten und gebe Euch einige Räuchertipps, zur Inspiration zum selbst Ausprobieren für zu Hause. Macht es Euch gemütlich, trinkt einen wohltuenden Tee und taucht ein in die Welt der Räuchermischungen und Traditionen rund ums Räuchern im Salzburgerland.

Die Kraft des Feuers und des Rauches

Das Feuer hat seit jeher eine magische Anziehungskraft auf uns Menschen. Es flößt uns einerseits als Naturgewalt gewaltigen Respekt ein, andererseits erfüllt es menschliche Grundbedürfnisse, wie das nach Schutz, Geborgenheit, Wärme und einer warmen Mahlzeit. Man kann sagen, es vereint in sich die Eigenschaft des Vernichtenden und des Lebensspendenden zugleich. Schon seit Urzeiten wird dem Feuer auch eine gewisse Magie zugeschrieben, was auf seine Transformationskraft zurückzuführen ist – aus Materie werden Asche und Rauch und bereiten das Feld für etwas Neues.

Nach einem Waldbrand können wir beispielsweise beobachten, wie aus einer scheinbar lebenswidrigen Umgebung, aus der Asche heraus, wieder ein florierender und freundlicher Lebensraum entsteht.

Mit dem Rauch ist unter anderem die Vorstellung verbunden, altes aufzulösen, es zu transformieren und abziehen zu lassen. Rauch wird aber auch als Verbindung zwischen Himmel und Erde begriffen, zum Beispiel als Brücke zu den Göttern und Ahnen. In diesem Zusammenhang kann das Räuchern auch die Wertschätzung zum Ausdruck bringen oder der Fragestellung und Fürbitte dienen.

Viele Räucherrituale orientieren sich am Jahreslauf, in ihnen steckt die Vorstellung, dass sich der Kreis des Lebens immer wieder schließt. Auf Geburt folgt Leben, auf Leben Tod, auf Licht Dunkelheit und umgekehrt. Das Rad dreht sich fortwährend weiter und bringt Neues hervor.

Bevor die Menschen entdeckten, wie sie selbst Feuer machen können, versuchten sie, natürliche Feuer, die beispielsweise durch Blitzschlag oder Vulkantätigkeit entstanden, am Brennen zu halten. Die Fähigkeit, selbst Feuer zu machen, führte schließlich in der Steinzeit zur Sesshaftwerdung der Menschen. Sie konnten nun mittels Brandrodungen und Brandwirtschaft Ackerbau und Viehzucht betreiben, ihre Vorräte in gebrannten Tongefäßen lagern und Lebensmittel mittels des Rauches konservieren. Durch die leichter verdaulichen gekochten Lebensmittel stand dem Hirn mehr Energie zur Verfügung, was zu seiner Weiterentwicklung führte. Der Mensch hat seine Entwicklung dem Feuer zu verdanken. An einem knisternden Feuer zu sitzen und Rauch aufsteigen zu sehen, ist für uns Menschen etwas zutiefst Archaisches und berührt eigentlich die Seele eines jeden. Tief in uns ist das Verhältnis zum Feuer verankert und das spüren wir auch beim Räuchern. Wann genau die Menschen das Räuchern entdeckten, ist nicht exakt bekannt, wahrscheinlich entdeckten sie es ganz einfach im Alltag.

Räuchern © Silja Parke - Wildemöhre.at

Räuchern in der alpenländischen Tradition

Das Räuchern ist ein fester Bestandteil der alpenländischen Tradition und wird auch heute noch, vor allem in vielen bäuerlichen Familien, fortgeführt. Es erfreut sich jedoch zunehmend auch in weiteren Teilen der Bevölkerung immer größerer Beliebtheit und wird inzwischen oft auch ganz individuell und ohne die Einhaltung fester Abläufe umgesetzt.

Geräuchert wurde früher vor allem mit Harzen und Kräutern, die an den Wegrändern sowie auf den Almen gesammelt und zu Räucherzwecken getrocknet wurden. Heute gibt es, gerade um die Weihnachtszeit herum, allerlei Räucherstoffe, Mischungen und Utensilien in Geschäften und auf Märkten zu kaufen, darunter u.a. nicht heimisches Räuchergut, wie Styrax, Sandelholz, Jasminblüten oder Mastix.

TIPP: Beim Kauf sollte man auf naturreine Räucherstoffe, die frei von künstlichen Zusätzen und Duftstoffen sind, achten.

Heimische Harze, wie Fichten-, Lärchen- oder Zirbenpech werden bei uns auch „Alpenweihrauch“ genannt. Heute sind sie wieder beliebt und waren früher eine gute Alternative zu „exotischen“ und teuren Harzen wie Myrrhe und echtem Weihrauch. Man kann die Harze ganz einfach beim Waldspaziergang von den Nadelbäumen sammeln, indem man kleine, bestenfalls ausgehärtete Tropfen, vorsichtig herunterbricht oder mit einem Stöckchen herunterschabt. Für den Transport eignen sich Papiersäckchen oder Schraubgläser.

Baumharz © Silja Parke - Wildemöhre.at

Auch selbst zusammengestellte Mischungen aus Kräutern und Bestandteile des geweihten Palmbuschens und der „Mariahimmelfahrtskräuter“, welche die Sennerin auf der Alm sammelte und zur Weihe ins Tal brachte sowie geweihter Weihrauch wurden und werden verwendet. Zu den üblichen Räucherkräutern, zählen u.a. Beifuß, Baldrian, Holunderblüten, Johanniskraut und Schafgarbe, allesamt sogenannte „Schutzkräuter“. Wermut, Wacholder und Thymian gehören in die „Haus- und Hofräucherungen“ und gelten als reinigend, Eisenkraut wird u.a. bei Streitigkeiten geräuchert und Mädesüß um Neuanfänge zu begünstigen.

Advent und Wintersonnenwende

Zur Wintersonnenwende in der Thomasnacht am 21. Dezember wird so zu sagen das Licht wiedergeboren. Die Sonne erreicht ihren tiefsten Stand, es ist der kürzeste Tag und die längste Nacht. Es dauert noch, bis die Zunahme der Tageslänge wieder spürbar ist und sich das Licht stabilisiert. Die auf die Wintersonnenwende folgenden Raunächte gelten als die dunkelsten Nächte im Jahr. Im heidnischen Brauchtum war dies eine sehr wichtige Zeit im jahreszeitlichen Festkreis.

Viele Ereignisse im christlichen Festkreis haben in der vorchristlichen Vergangenheit ihren Ursprung und so fällt der Advent, unser Weihnachtsfest und die Geburt des Lichtbringers Jesus Christus nicht zufällig in diese Zeit. Der Begriff Advent stammt aus dem Lateinischen für „Ankunft“, eigentlich „adventus Domini“, also Ankunft des Herren. In der Adventszeit bereiten wir uns auf die Ankunft des „Lichtbringers“ vor und drücken unsere Vorfreude darüber aus. Hier vermischen sich vorchristliche und christliche Rituale miteinander, wie zum Beispiel das Binden von Kränzen aus immergrünen Zweigen. Die vier Kerzen symbolisieren das Licht. Mit jeder Woche, in der wir eine Kerze mehr anzünden, nähern wir uns der Wintersonnenwende und der Geburt von Jesus Christus oder aus vorchristlicher Sicht, des Lichtes. Die Form des Kranzes steht für den Kreislauf des Lebens und das Immergrün für die immerwährende und unsterbliche Kraft des sich immer erneuernden Lebens.

Raunächte - die dunklen Nächte

In vorchristlicher Zeit wurde zur Wintersonnenwende am 21. Dezember die Neugeburt des Lichtes gefeiert. Das Licht benötigt nun einige Tage, um sich zu stabilisieren. Die folgenden Raunächte werden daher auch als die „dunklen Nächte“ aber auch als die „heiligen Nächte“ bezeichnet. Sie gelten als die dunkelste Zeit im Jahr. Astronomisch ergibt sich der Zeitraum durch den rechnerischen Unterschied zwischen Mond- und Sonnenjahr. Der Mond benötigt 29,5 Tage für seinen Umlauf, multipliziert man diese Zahl mit zwölf Umläufen pro Jahr, erhält man 354 Tage und nicht 365. Als Differenz bleiben 11 bis 12 Tage übrig (bei Schaltjahren mit 366 Tagen, exakt 12 Tage).

Raunächte © Silja Parke - Wildemöhre.at

Die Festlegung der Raunachtzeit ist eine Sache der Auslegung. Geht man vom 1. Januar aus, endet das Mondjahr am 21. Dezember. Bei dieser Auslegung beginnen die Raunächte am 21. Dezember und enden am 1. Januar. In der christlichen Auslegung beginnen die Raunächte am 25. Dezember mit Weihnachten und enden am 6. Januar am Dreikönigstag. Eine Raunacht beginnt jeweils um 0:00 Uhr und endet um 24:00 Uhr. Wie man den Zeitraum für sich auslegt, ist aus meiner Sicht in der heutigen Zeit gar nicht so wichtig. Man kann sie einfach nutzen, um sich die Qualität der Jahreszeit bewusst zu machen, sich zu besinnen, altes abzulegen, neues gedanklich zu formen und sich mental auf das neue Jahr einzustellen. Da sie Adventzeit von den meisten heute eher als eine kräftezehrende Zeit empfunden wird, kann die Räucherung auch einfach dem Stressabbau, dem Herunterkommen und der Fokussierung dienen.

Begriffserklärung: Die Wortherkunft „Raunacht“ oder auch „Rauhnacht“ ist bisher ungeklärt. Eine Erklärung leitet den Begriff vom traditionellen Beräuchern (Rauchnacht) der Häuser und Ställe durch den Priester oder Hofbauern mit Weihrauch her.



Brauchtum in den Raunächten

Altes hinter sich lassen und um GlĂĽck und Segen fĂĽr das Neue bitten

In den Raunächten versammelt sich für gewöhnlich die ganze Familie, um gemeinsam mit der Räucherpfanne durch das Haus und den Stall zu gehen. Gemeinsam wir gebetet, für das abgelaufene Arbeitsjahr gedankt und für das Neue Segen erbeten. Neben dem Räuchern bis in die hintersten Ecken werden die Räume, Ställe und Tiere oft auch mit Weihwasser besprengt, um sie zu segnen. Insbesondere am Dreikönigstag sind diese “Haus- und Hofräucherungen” immer noch sehr verbreitet.

Neubeginn und Reinigung

Mit dem Räuchern in den Raunächten wird ein alter Zyklus verabschiedet und einer neu anbrechenden Zeit, ursprünglich dem in der Landwirtschaft neu beginnenden Arbeitsjahr, das mit dem Frühling anfängt, der Weg bereitet. Auch eine Serie unglücklicher, zurückliegender Ereignisse kann der Vorstellung nach durch das Räuchern unterbrochen und zurückgelassen werden.

Die Räucherung während der Raunächte ist somit unter anderem als Reinigung anzusehen und geht in der Regel mit der physischen Reinigung des Hauses, also dem Hausputz, einher. Altes wird herausgekehrt, zurück- und losgelassen, damit ein neuer Kreislauf beginnen kann. Dieser Brauch orientiert sich an dem Zyklus in der Natur der, von den naturnahe lebenden Menschen, immer gut beobachtet wurde. Scheinbar schläft die Natur jetzt noch, aber kaum merkbar schwellen bereits die Knospen an den Bäumen an und auch unter der Erde machen sich mit zunehmendem Licht Pflanzen und Tiere für den neuen Aufbruch im Frühling bereit.

Da Bauern, wie kaum ein anderer Berufsstand, auch heute noch von dem „Wohlwollen“ der Natur leben, ist es naheliegend, dass sich dieses Brauchtum bis in die Gegenwart gehalten hat.

Nicht nur in der Natur, auch bei uns selbst können wir jetzt diesen Aufbruch spüren. Fast intuitiv versuchen fast alle von uns zum Ende des Jahres noch einiges zu erledigen, um Altes abzuschließen und hinter uns zu lassen. Wir putzen, sortieren aus und wollen quasi unbeschrieben, wie ein „weißes Blatt Papier“, ohne Altlasten und motiviert ins neue Jahr starten.

Räuchern in der Raunacht © Silja Parke - Wildemöhre.at

Im Rauch steigt symbolisch der trübe Schleier auf, der wie eine Staubschicht über dem alten Jahr liegt. Er löst sich auf und hilft somit, sich mental zu reinigen. Beim Räuchern wirkt der Duft der verräucherten Stoffe indirekt und ohne durch den Verstand gefiltert zu werden auf das limbische System unseres Gehirns. Dieser entwicklungsgeschichtlich älteste Teil unseres Hirns ist u.a. für unsere Emotionen und für den Lernfortschritt zuständig. Daher lösen die Düfte in uns Gefühle aus und bringen Prozesse in unserem Körper ins Rollen, denn sie sind mit im limbischen System gespeicherten Erfahrungen verknüpft. Auf Düfte reagieren wir daher sofort mit Zustimmung, Ablehnung oder bestimmten Assoziationen und können uns durch das Räuchern bestimmter Stoffe zum Beispiel entspannt, geerdet, gereinigt oder motiviert fühlen. Das Räuchern kann auf diese Weise auch „dicke Luft“ im Haus klären und einen positiven Beitrag bei Streitigkeiten leisten.

Die Raunächte werden von vielen Menschen genutzt, um das Alte noch einmal Revue passieren zu lassen, ggf. Unerwünschtes hinter sich zu lassen und den Blick in die Zukunft zu wagen. Entsprechend sehen es einige Rituale vor, dass jede der 12 Raunächte für einen der 12 vergangenen Monate im Jahr steht. In der jeweiligen Raunacht (1 = Jänner, 2 = Februar usw.) denkt man noch einmal darüber nach, was im betreffenden Monat passierte und zieht daraus seine Schlüsse. Viele Menschen nutzen auch die ersten 6 Raunächte für die Rückschau sowie die Reinigung und die folgenden 6 Raunächte für die Vorschau, für das Pläne schmieden und um Segen bitten.

Schutz und Abwehr

Schutz- und Abwehrräucherungen sind ein alter Hut. Sie tauchen immer wieder in alten Erzählungen und in kräuterkundlichen Überlieferungen auf. Das Bedürfnis nach Schutz- und Abwehrräucherungen in den Raunächten wurde bei uns früher unter anderem durch die Percht begründet, die als Sagengestalt unter anderem mit Frau Holle in Verbindung gebracht wird. Die Figur verkörpert die einstige Vegetationsgöttin, die im Winter in die Unterwelt einzieht und dort über die Toten wacht. Ihr Zuständigkeitsbereich umfasst das gesamte Spektrum des Lebens, von der Fruchtbarkeit über neues Leben bis hin zum Tod. In den Raunächten so glaubte man, stünden die Tore zum jenseits weit offen und es seien unruhige Seelen draußen unterwegs, die keine Ruhe finden können.

Mit ihrem „Wilden Gefolge“ zog die Percht in den Raunächten über das Land und nahm die umherirrenden Seelen mit in die Anderswelt. Dies löste Unbehagen aus. Damit das Pech nicht auf einen fiel räucherte man und es gab viele Regeln, die befolgt werden sollten. Es durfte beispielsweise keine Wäsche aufgehängt und nicht gearbeitet werden. In der Dunkelheit ging man nicht mehr nach draußen und es war Sitte, Opfergaben vor die Tür zu stellen, um die „Wilden“ zu besänftigen. Wer sich nicht daran hielt, dem drohte Unheil. In der Heiligen Nacht, so ist der Glaube noch heute, fangen die Tiere im Stall miteinander zu sprechen an, darum soll man nach der Räucherung auch nicht mehr in den Stall gehen, denn dem der lauscht, dem wird das Unglück winken oder gar das kommende Jahr nicht überleben.

Tiere im Stall @ Canva - Susuma



Räuchermischungen für Advent und Raunächte

Ob am alten Brauchtum festhaltend, durch eigens ersonnene Rituale inspiriert oder einfach nur so, um einen angenehmen Duft im Haus zu haben. Das Räuchern macht Spaß, bringt Entspannung und Freude ins Haus und man hat unzählige Möglichkeiten.

Wie wird geräuchert?

Zum Räuchern gibt es u.a. eigens hierfür bestimmte, feuerfeste Gefäße, wie Stövchen, Schalen und Pfannen z.B. bei der Arnika Apotheke in Puch zu kaufen. Diese können u.a. aus Metall, Stein oder Ton bestehen. In das Stövchen wird über einem Teelicht ein Metallsieb eingehängt und die Räuchermaterialien aufgelegt. Für eine sanftere Räucherung und um das Sieb zu schonen, kann unter das Räuchermaterial etwas Räuchersand gestreut werden. Dieser ist im Räucherbedarf erhältlich.

Um ordentlich zu „rauchen“, legt man das Räuchergut auf Räucherkohle oder heiße Glut aus dem Holzofen auf. Diese platziert man in der Schale oder Pfanne auf Räuchersand, um eine sehr große Hitzeentwicklung zu vermeiden. Eine Pfanne hat den Vorteil, dass man sie am Griff anfassen und für eine reinigende Räucherung durch das Haus tragen kann. Um die Kohle oder die Glut anzufachen und den Rauch zu verteilen, kann man eine Feder verwenden. Zum Auflegen des Räuchergutes und zur Positionierung von Kohle und Glut gibt es spezielle Räucherzangen und -löffel. Damit das Räuchergut nicht sofort verglüht und es dann einfach nur verbrannt riecht, kann man auch auf die Kohle etwas Räuchersand aufbringen. Das Räuchergut wird dann im Mörser ein wenig pulverisiert und in kleinen Mengen nach und nach aufgelegt. Verbranntes Räuchergut wird entfernt, bevor man neues auflegt.

Tipp: Es müssen nicht zwingend Mischungen geräuchert werden, man kann auch einfach einzelne Räucherstoffe, wie Harze, ungiftige Blätter und Blüten auflegen und sich ein wenig durchprobieren. Jetzt im Winter sind auch getrocknete Fruchtschalen ganz toll. Hierfür kann man einfach die Schalen von Bio-Orangen, Mandarinen, Äpfeln usw. trocknen und verwenden. Ebenso fein sind weihnachtliche Gewürze wie Sternanis, Piment oder Zimt.

Alternativ kann man sich auch Räucherpralinen bauen oder wenn man den Rauch nicht so gerne mag, Duftpralinen für die Duftlampe herstellen.

4 Räuchermischungen für einen besinnlichen Advent

Welche meine 4 beliebtesten Räuchermischungen zu Weihnachten sind, habe ich Euch hier zusammengefasst.

Räuchermischung © Silja Parke - Wildemöhre

1. Adventzauber-Räuchermischung zum Herunterkommen

Themen: Liebe, Harmonie, Herzöffner, Wärme, Licht, Entspannung, Lebensfreude, Schutz und Segen

1 TL getrocknete Rosenblüten, 1 TL getrockneter Steinklee, Kraut und Blüten, 1 TL getrocknete Mistel, Kraut, 1/2 TL getrocknete Alantwurzel, 1/2 TL Weihrauch, 1/2 TL Myrrhe, 1/4 Stck. Tonkabohne, im Mörser grob zerquetscht

Empfohlene Räuchermethode: Stövchen

2. Haus und Hof

Themen: Reinigung, Schutz, Segnung, Hausräucherung

2 TL Königskerze, 2 TL Wacholder (Nadeln und Früchte), 1 TL Beifuß oder Wermut, 1 TL Johanniskraut, 1 TL Thymian, 1 TL Kalmuswurzel, 1 TL Fichtenharz

Empfohlene Räuchermethode: Auf Kohle oder Glut in der Räucherpfanne, auch Stövchen möglich

3. GlĂĽck und Segen

Themen: Reinigung, Schutz, Segnung, Raunächte, Neubeginn

2 TL Thymian, 1 TL Eisenkraut, 1/2 TL Alantwurzel, 1/2 TL Kalmuswurzel, 1 TL Styrax

Empfohlene Räuchermethode: Auf Kohle oder Glut in der Räucherpfanne oder sanft auf dem Stövchen

4. Auf neuen Pfaden

Themen: Neuanfänge, Erdung

2 TL Mädesüßblüten und -blätter, 2 TL Holunderblüten, 1 TL Myrrhe

Empfohlene Räuchermethode: Stövchen



Räucherpralinen

Aber nicht nur die einfachen Räuchermischungen sorgen für einen ordentlichen Weihnachtsduft im Haus. Probiert es mal aus Räucherpralinen herzustellen, die duften nicht nur wunderbar, sondern sind auch ein tolles Weihnachtsgeschenk für Eure Liebsten.

Räucherpralinen © Silja Parke - Wildemöhre.at

Im alten Ägypten stellte man bereits vor tausenden von Jahren duftende Räucherpralinen her. Hierzu wurden zunächst Rosinen in Wein eingelegt und dann mit diversen Harzen und Kräutern zu einer Knetmasse verarbeitet und teilweise erst über Monate getrocknet, bevor man sie verwendete – eine ziemlich aufwendige Sache. Inspiriert hiervon und von meinen Kräuterexperten-Kolleginnen Doris Kern (Mit Liebe gemacht) und Valerie Jarolim (Blatt & Dorn) habe ich mit verschiedenen Formen von Pralinen experimentiert, die leichter in der Herstellung sind. Für die Rezepte gibt es keine genauen Mengenangaben, was viel Raum für kreative Freiheit bietet.

FichtenkĂĽgelchen

Räucherpraline © Silja Parke - Wildemöhre.at

Die Tannenkügelchen können aufs Stövchen oder auf Kohle oder Glut aufgelegt werden. Auf dem Stövchen ergibt sich eine sanfte, sehr angenehme Räucherung. Damit die Kügelchen zusammenhalten, benötigt man ein Bindemittel. Ich habe hierfür Astragalus Pulver verwendet (Bestellen oder in der Apotheke fragen).

Zutaten: 40 g gehärtetes Fichtenharz (entweder hart gesammelt oder durch Trocknung gehärtet), 50 g Fichtennadeln, 10 g Wacholderbeeren, 1 EL Astragalus Pulver = etwa 15 g, Wasser oder Hydrolat, einige Tropfen ätherisches Öl
So wird’s gemacht:
  • Fichtenharz in einem Steinmörser fein pulverisieren (Achtung klebt! – zur Reinigung von verharzten Gegenständen empfehle ich Speiseöl)
  • Fichtennadeln trocknen, im Hochleistungsmixer pulverisieren, durch ein Sieb streichen, um Fasern zu entfernen und dann ggf. nochmals im Mixer feiner pulverisieren.
  • Wacholderbeeren ebenfalls im Mörser oder Mixer fein pulverisieren.
  • Harz-, Fichten- (20 g – Rest beiseitestellen), Wacholder- und Astragaluspulver gleichmäßig miteinander vermischen und nach und nach so viel FlĂĽssigkeit hinzufĂĽgen, dass eine knetfähige und zusammenhaltende Masse entsteht. Die Masse darf nicht zu feucht werden. Bei mir waren es ca. 7 EL Fichtennadelhydrolat (alternativ Wasser verwenden). Auf Wunsch fĂĽr einen intensiveren Duft noch ein paar Tropfen ätherisches Ă–l (bis zu 10 Tr.), zum Beispiel Fichtenöl unter die FlĂĽssigkeit rĂĽhren.
  • Zum Schluss kleine KĂĽgelchen formen und einige Tage auf einem Tuch oder Papier trocknen lassen. Ich habe die KĂĽgelchen am Holzofen getrocknet. So waren sie bereits nach 1-2 Tagen trocken. In einer Schachtel, einer Dose oder einem Schraubglas aufbewahren.

Wald-Toffee fĂĽr die Duftlampe

Wald-Toffee © Silja Parke - Wildemöhre

Die kleinen Pralinchen werden einfach in die Duftlampe gesetzt, schmelzen darin und verbreiten einen sanften Duft ohne Rauch. Die Praline kann mehrfach verwendet werden. Den Rest kann man zum Schluss mit einem KĂĽchenpapier aus der Duftlampe entfernen.

Zutaten: Toffee-Silikonform, Kakaobutter (für meine Form benötige ich ca. 125 g), Pulverisierte Tannen- oder Fichtennadeln, Getrocknete Früchte/Kräuter (zum Beispiel Orangenschalen, Zimtrinde oder Zimtblüten, Orangenblüten), Ggf. ätherische Öle
Und so geht’s:
  • Tannen-/Fichtennadeln trocknen und im Hochleistungsmixer pulverisieren (siehe Rezept „FichtenkĂĽgelchen.
  • Kakaobutter im Wasserbad schmelzen und etwas von dem Tannen-/Fichtennadelpulver und auf Wunsch ätherische Ă–le, zum Beispiel 5 Tropfen Fichte/Tanne und 5 Tropfen Mandarine rot/Orange unterrĂĽhren.
  • Getrocknete FrĂĽchte/Kräuter auf die Förmchen verteilen und mit der flĂĽssigen Kakaobutter-Nadelpulvermischung auffĂĽllen.
  • Erkalten lassen und die Toffees aus den Förmchen drĂĽcken.
  • In einer Schachtel aufbewahren. Die Toffees sollen sich nicht berĂĽhren.

Fichtenharzdrops

Fichtenharzdrops © Silja Parke - Wildemöhre.at

Die Drops können für die Räucherung auf dem Stövchen, auf Kohle oder Glut verwendet werden. Man kann bei Bedarf einfach ein Stückchen runterbrechen und verräuchern.

Zutaten: Bonbonform für Drops, Fichtenharz, Getrocknetes Räuchergut, zum Beispiel pulverisierte oder grob gemörserte Fichtennadeln, Orangenschalen, Zimtrinde oder Zimtblüten, Orangenblüten
Und so geht’s:
  • Fichtenharz in einem alten Emailletopf verflĂĽssigen (auf dem Herd oder Holzofen). Achtung! Einen alten Topf verwenden, da er sich später nur schwer reinigen lässt. Ich habe einen Topf, den ich zu diesem Zweck immer wieder verwende.
  • Räuchergut auf die Förmchen verteilen und dann mit flĂĽssigem Fichtenharz auffĂĽllen.
  • Im Gefrierfach erkalten lassen. So lassen sich die Drops später perfekt aus der Form drĂĽcken.
  • Die Drops in einer Schachtel aufbewahren, sie dĂĽrfen sich nicht berĂĽhren, sonst kleben sie aneinander.
  • Förmchen mit SpĂĽlmittel, heiĂźem Wasser und ggf. etwas Speiseöl reinigen.

Weihnachtliches Räucherbündel

Weihnachtsbündel © Silja Parke - Wildemöhre

Auch Räucherbündel sind immer wieder etwas Feines. Hierfür werden Kräuter und Räucherstoffe zu einem Sträußchen geformt und mit einem natürlichen, brennbaren Garn fest umwickelt und getrocknet. Für ein weihnachtliches Bündel kann man beispielsweise Zweige von Nadelbäumen wie Fichte, Tanne und Kiefer sowie Salbei verwenden und zusätzlich Orangenschalen und Ceylonzimt einbinden. Das getrocknete Bündel wird an der Spitze entzündet. Durch Pusten kann man es dann weiter anfachen bis es beginnt herunterzuräuchern. Möchte man die Räucherung stoppen, kann man das Bündel in etwas Sand ausdrücken und später weiterräuchern, bis es komplett verbraucht ist. Dies ist auch eine schöne Variante für draußen am Feuer oder an der Feuerschale.



Frohe Weihnachten und eine schöne Adventzeit

Ich freue mich, wenn mein Beitrag rund um die Raunächte einiges Interessantes für Euch enthalten hat und ich Euch Lust auf das Räuchern im Advent und in den dunklen Nächten machen konnte. Ich wünsche Euch viel Freude beim Ausprobieren und eine entspannte und besinnliche Weihnachtszeit!

Wenn Ihr noch mehr über die Welt der Kräuter wissen wollt, dann besucht mich auf Instagarm unter @wildemoehre.blog oder auf meiner Webseite www.wildemoehre.at. Und wenn Ihr noch ein passendes Geschenk für Kräuterliebhaber sucht, ich habe mein Kräuter-Wissen in diesem Jahr in einem Buch "Ganz schön wild" zusammengefasst, wo es vieles über Wildkräuter für Hausapotheke, Naturkosmetik, Genuss zu lesen gibt.

Herzlichst Eure Silja Parke 



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